Diabetes

Sie möchten gern etwas mehr darüber erfahren, wie die Schartmann-Taubner GbR mit Kindern und Jugendlichen im Diabetesbereich konkret arbeitet.

Natürlich finden in der Ausgestaltung jeder einzelnen Hilfe zuallererst
die besonderen Herausforderungen dieser Personengruppe Beachtung, wie:

Einschränkungen im Alltag

Insbesondere heranwachsende Menschen mit Diabetes fühlen sich in ihrem (Er)leben oft stark eingeschränkt. Alltägliches wird zu Besonderheiten. Was kann ich wann und wie viel essen? Kleine und vor allem süße Zwischensnacks sind verboten. Ständig dieses Blutzuckermessen! Jeden Tag die Hilfsmittel kontrollieren und mitführen... Und immer diese Kontrolle von außen! Diese Problematik taucht jeden Tag aufs Neue auf und steht einem der wichtigsten Elemente einer erfolgreichen Diabetestherapie im Weg, dem:

Einhalten eines Regelsystems

Eine erfolgreiche Diabetestherapie beinhaltet vor allem das konsequente Einhalten einer Vielzahl von Regeln. Mehrmaliges Blutzuckermessen, Bestimmung der Nährwerte einer Mahlzeit, das Führen des Diabetestagebuches, der Verzicht auf ungesunde Lebensmittel... Das stellt eine große Herausforderung für junge Menschen und ihre Familie dar. Langfristig ist dies nur realisierbar durch das Etablieren einer vernünftigen

Krankheits­akzeptanz

Diabetes verschwindet nicht. Diese Erkenntnis führt oft zu einer Resignation: „Ich muss mit dieser Krankheit leben. Für immer...“. Der Weg zu dieser Erkenntnis ist lang. Täglich müssen Regeln eingehalten und muss Verzicht geübt werden. Erfolge erkennt man oft nur am Langzeitblutzuckerwert. „Es geht mir doch gut! Wozu das alles?“ Diese und andere Fragen treiben den Patienten immer wieder um. Daher ist folgender Punkt fast am wichtigsten:

Stärkung der Langzeitmotivation

„Ich bin doch gut eingestellt. Heute erlaube ich mir mal ein paar Ausreißer. Morgen kümmere ich mich dann wieder...“ Mit diesen Gedankengängen ist jeder Jugendliche mit Diabetes irgendwann konfrontiert. Mögliche Folgeschäden sind Jahre entfernt und einige Wochen mit schlechten Werten beeinträchtigen das Allgemeinempfinden nur leicht. Die Wichtigkeit einer konsequenten Therapie ist in bestimmten Lebenshasen nur schwer fassbar. Aber der nächste Arztbesuch folgt und damit auch die Notwendigkeit für den:

Umgang mit Rückschlägen

„Ich habe mich doch in der letzten Woche wieder angestrengt! Trotzdem ist der Arzt nicht zufrieden… Der Hba1c-Wert ist zu hoch. Wenn das beim nächsten Mal auch so ist, wäre das nicht gut! Ich will nicht mehr!“ Fast jeder Jugendliche hat mit solchen oder ähnlichen Gedanken zu kämpfen. Und ist das System einmal aus den Fugen, ist es schwer wieder eine Stabilität zu erlangen. Hier kann die Einzelfallhilfe wertvolle Dienste leisten.

Diabetespatienten und ihr Umfeld sehen sich einer Vielzahl von Herausforderungen ausgesetzt. Oft leidet der Hausfrieden, Eltern sind ratlos und ein Ende ist nicht in Sicht. Wie bringe ich Ordnung ins System, wie unterstütze ich mein Kind? Diese Fragen stehen oft am Beginn einer Einzelfallhilfe.

Zunächst stellen wir unter Einbeziehung der Lebenswelt des Jugendlichen und seiner Familie nach der Kennenlernphase einen individuellen Förderplan auf. Wir suchen gemeinsamen nach Teilzielen, versuchen ein Belohnungssystem zu etablieren und die langfristige Motivation zu stärken.

 

Insgesamt orientieren wir uns in der Arbeit mit Kindern im Diabetesbereich an folgenden Kernelementen:

  • Aufbau einer stabilen Beziehung zum Kind und dessen Bezugspersonen,
  • Anleitung, Begleitung und Beratung der Familie sowie des Einzelfallhelfers,
  • Enge Vernetzungsarbeit u.a. mit KITA / Schule und den sozialpädiatrischen Zentren
  • Auf- und Ausbau eines individuellen Therapieplanes
  • Auf- und Ausbau der Motivation der Familie zum Erlernen und Einhalten einer gesunden Lebensweise
  • Bildung einer Zukunftsperspektive mit Diabetes, Unterstützung bei Rückschlägen
  • Funktionale, alltagstaugliche Förderziele unter Beachtung der Bedürfnisse des Kindes und seiner Erkrankung